Verloren in der Königsdisziplin oder How to write a novel

Einige Nachfragen hat mir meine blogfreie Zeit ja durchaus beschert. Ob ich denn wirklich nichts mehr geschrieben habe und warum das so sei, wollten die interessierten Blogverfolger jeweils wissen. Und meine Antwort darauf war stetig dieselbe: Ich arbeite an einem größeren Projekt. Ich schreibe einen Roman.

 

Die Reaktionen darauf waren äußerst unterschiedlich und gingen von einem höflichen Aha bis zu ausschweifenden Resonanzen wie Was, du schreibst ein Roman. Das ist toll. Das könnte ich nicht. Wie weit bist du denn schon? Worum geht es darin? Wann bist du fertig? Darf ich eine Passage daraus lesen?

 

Nachdem ich letzte Woche, was die Seitenanzahl anbelangt, die Tausendergrenze überschritten habe - Ja, es ist ein Epos und ja, ich lese gerne John Irving - und sozusagen in einer Parallelwelt lebe, die in meinem Kopf stets sorgfältig geordnet sein muss, um nicht den Überblick zu verlieren, drängte es mich nach einer Nacht mit wenig Schlaf wieder einmal zur kleinen Form - eine Abwechslung darf man sich schließlich gönnen!

 

Außerdem hatte ich plötzlich einen starken Drang, wieder einmal meinen Blog zu bearbeiten - wozu hat man ihn schließlich? - und darin einzelne Stationen meiner teilweise schon fieberhaften Schreibarbeit zu dokumentieren.

 

Und so liegt er hiermit also vor: Mein erster Eintrag nach langer Abwesenheit im Netz, und ich verspreche hoch und heilig: Es werden weitere folgen, um die interessierte Leserschaft an den letzten Schritten meines gewaltigen Projekts teilhaben zu lassen, denn ich befinde mich momentan in Schlussspurt und habe auf die Zielgerade eingebogen - leider ist sie doch noch beträchtlich lang...

 

Doch ich habe mir zum Ziel gesetzt, meine Arbeit, die mir einen großen Teil meiner Freizeit abverlangt, bis zum Ausklang dieses Jahres zu beenden, um damit endlich einen Schlussstrich unter eine Idee zu setzen, die mich im Großen und Ganzen seit zwanzig Jahren beschäftigt.

 

Viele Veränderungen hat der Stoff in dieser Zeit erlebt, inhaltlich wie formell - die Form spielt in meiner Schreibarbeit stets eine sehr große Rolle und hat in den vergangenen Sommerferien eine letzte entscheidende Revision erhalten, mit der ich nun äußerst zufrieden bin. Was den Inhalt anbelangt, so kann ich bloß sagen, dass ich Autoren nun verstehe, welche erzählen, dass ihre Romanfiguren eine Eigendynamik angenommen hätten - es ist mir genauso ergangen und damit ist wohl auch die gewaltige Seitenzahl zu erklären.

 

Nun bin ich aber, wie bereits gesagt, in der finalen Phase und werde das Manuskript in den kommenden zwei Wochen beenden, um mich dann der letzten und entscheidenden Durchsicht und Revision zu widmen, sodass ich Ende Jahr wirklich mein aufwändiges Werk in den Händen halten kann.

 

Ich freue mich auf diesen Moment wie ein kleines Kind auf Weihnachten!

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